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Tiergestützte Intervention (TGI) im SPZ

Es ist schön, dass Tiere in immer größeren sozialen Anwendungsbereichen einen Einsatz finden, wissen wir doch alle, welche positiven Wirkungen Tiere auf uns Menschen haben.

Um Tiere artgerecht, individuell, mit einem vielfältigen Methodenrepertoire und professionell in den Arbeitsalltag integrieren zu können, bedarf es jedoch wichtiger Zusatzkompetenzen zum Bereich der tiergestützten Intervention (TGI). Diese sind im SPZ gewährleistet. Bei uns fühlen sich Kaninchen und Co. pudelwohl und bereichern damit den Alltag unserer Bewohner.

Wir sind ein mittelgroßes, breit gefächertes und wirtschaftlich gesundes Sozialunternehmen und verstehen uns als ein komplexes Dienstleistungsunternehmen mit über 55 Jahren Erfahrung in der Altenpflege in den verschiedensten Bereichen:

  • ambulante, teilstationäre, stationäre Pflege
  • Wohngruppen für Menschen mit Demenz
  • Betreutes Wohnen
  • Beratungsstelle für Pflege und Demenz und Begegnungsstätte
  • eigene Küche und Backküche
  • Cáfes

Ausbildung von Tieren zur Therapiebegleitung

Aktuell sind wir im Aufbau einer Fortbildungsakademie, in welche seit 2019 unsere bereits bestehende Therapiebegleithundeausbildung integriert wird. In unserem Konzept vereinen wir die vier Bestandteile Therapiebegleithunde / Besuchshunde / Kleintiere sowie Weiterbildung mit praktischen Anteilen zu einem runden Ganzen, von dem alle Seiten profitieren.

Die vier Bestandteile des TGI-Konzeptes im SPZ:

Therapiebegleithunde

1. Professionell durch Fachkräfte eingesetzte Therapiebegleithunde mit entsprechender Weiterbildung der Menschen und Prüfung bzw. Nachprüfung der Hunde. Aktuell haben wir Hund Clara (seit 2007) und die neuen Junghunde Suri und Eddy im Einsatz.

Besuchshunde

2. Ehrenamtlich eingesetzte Besuchshunde mit Ausbildung und Prüfung in Kooperation mit dem ortsansässigen Besuchshundeverein. Nach Tobi und Stelle (beide verstorben) ist nun Chili wöchentlich für uns im Einsatz.

Kleintiere

3. Auch Kleintiere wie Kaninchen und Vögel sind als Präsenztiere interessant anzuschauen. Wir halten die Tiere in großen artgerechten Ausläufen und Volieren während Bänke davor unsere Bewohner zum Verweilen einladen.

Therapiebegleithundeausbildung

4. Therapiebegleithundeausbildung wir bilden Fachkräfte und ihre Hunde bei uns aus. Diese Weiterbildung enthält auch praktische Anteile mit unseren Bewohnern. Die Trainings auf der Wiese, die zum Teil mit Kindern stattfinden, laden zum Zuschauen ein. Die Kursteilnehmer gehen während der Weiterbildung (nach der Eignungsprüfung) in verschiedene Bereiche des SPZ und besuchen hier mit ihren Hunden unsere Bewohner.

Das Tierwohl ist uns wichtig

Für uns steht dabei das Tierwohl immer an oberster Stelle. Die Tiere müssen sich wohlfühlen, um auch eine entsprechende salutogenesische und türöffnende Wirkung auf unsere Bewohner, Gäste und Mieter haben zu können. Wir halten uns an die Vorgaben der tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und sind Mitglied im Bundesverband für tiergestützte Intervention.

Die eingesetzten Hunde haben alle ihren Halter als Bezugsperson. Für die Kleintiere ist eine hauptverantwortliche Person im Unternehmen festgelegt. Alle durch uns gewerblich eingesetzten Tiere werden tierärztlich überwacht und sind dem Veterinäramt sowie sonstigen zuständigen Behörden gemeldet. Weiterbildungen erfolgen regelmäßig (in der Regel mind. 16 Stunden alle zwei Jahre).

Was machen wir nun mit den Tieren bei unseren Bewohnern, Gästen und Mietern?

Die Hunde führen aktive Besuche mit kleinen Aufgaben durch. Hierbei kommt es zu Interaktion, Kommunikation, Motivation sowie heilsamen Effekten für den Körper. Die Bänke vor unserem Kaninchengehege und der Vogelvoliere laden zum Verweilen, Zuhören sowie Beobachten ein und bieten so Gesprächsanlässe.

Dauer der Angebote und die Zahl der profitierenden Menschen

Die Kaninchen und die Vögel laden jederzeit auf einen Besuch ein. Da diese Angebote auch für externe Besucher offenstehen, haben wir hier auch den Nebeneffekt, dass wir die Generationen miteinander in Kontakt bringen - da uns auch oft Eltern mit ihren Kindern besuchen kommen, die damit natürlich auch Berührungspunkte zu unseren Bewohnern, Gästen und Mietern schaffen.

Bei den Hunden kann man konkrete Einsätze benennen. Clara, unsere aktuell dienstälteste Hündin, begleitet ihre Besitzerin, die als Pflegefachkraft tätig ist, täglich mit ins Büro und ist noch regelmäßig in der Tagespflege im Einsatz.

Tobi unser ehemaliger Besuchshund in der stationären Pflege kam in seinem gesamten Einsatzleben auf circa 4.000 Einsatzstunden, in denen er über 10.000 Einzelkontakte zu unseren Bewohnern hatte. Das wird bei Clara noch mehr sein, da sie länger aktiv ist.

Auch unsere neuen Hunde werden wohl auf diese Zahlen kommen. Eddy ist aktuell noch einmal wöchentlich in der Einarbeitung, Suri besucht schon zwei Mal pro Woche Bewohner unseres Wohngruppenhauses. Zudem begleiten beide Hunde auch ihre Halterinnen mit in die Beratungsstelle und bieten hier eine zusätzliche Entlastung für Hilfesuchende. Chili, unser Besuchshund, kommt wöchentlich in seinen Wohnbereich in der stationären Pflege.