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Pflegekosten

Im Jahr 2017 wurden die früheren Pflegestufen in die Pflegegrade 1 bis 5 umgewandelt.

Zur Beantragung eines Pflegegrades setzt man sich mit der Krankenkasse und der dort ansässigen Pflegekasse in Verbindung. Dies können Sie persönlich, telefonisch, über eine E-Mail oder einen kurzen Brief erledigen. Hierbei sollte die Formulierung „Ich stelle einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung“ enthalten sein. Um diese Leistungen zu erhalten, müssen Sie mindestens zwei Jahre innerhalb der vergangenen zehn Jahre Beiträge in die Pflegeversicherung eingezahlt haben.

Kosten für die Pflege

Bei vollstationärer Pflege wird ein Heimentgelt enrichtet, das individuell für jedes Heim berechnet und mit den Pflegekassen und dem zuständigen Sozialamt verhandelt wird. Es setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen:

Zur leistungsgerechten Vergütung für die allgemeinen Pflegeleistungen zählen sämtliche Kosten für pflegerische Leistungen und Maßnahmen zur medizinischen Behandlungspflege.D

Der Pflegesatz wird von den Einrichtungen mit den sog. Kostenträgern, also den Pflegekassen und Sozialhilfeträger, für die Heimbewohner verhandelt (§ 85 SGB XI). Die Pflegekasse zahlt bestimmte, im Gesetz je Pfleggrad festgeschriebene Sätze. Diese decken einen Teil der Gesamtpflegekosten ab. Der überschießende Teil ist von den Betroffenen selbst zu tragen, daher wird es auch „Teilkaskosystem“ genannt.

Zum angemessenen Entgelt für Unterkunft und Verpflegung zählen Kosten für die Unterkunft ( z. B. Wärme, Strom, Wasser, Wartung, Freizeitveranstaltungen. Das int nicht zu vergleichen mit einer Miete sondern eher mit den Betrieskosten einer Wohnung. Verpflegungsaufwendungen entstehen für die gesamte Verpflegung des Bewohners

Zu den Investitionskosten zählen sämtliche Kosten für Umbaumaßnahmen, Anschaffung und Wiederbeschaffung, Instandhaltung, Instandsetzung von Gebäude und sonstigen abschreibungsfähigen Anlagegütern, der Erwerb und die Erschließung von Grundstücken, Miete, Pacht, Erbbauzins, Nutzung von Grundstücken, Gebäuden oder sonstigen Anlagegütern.

Unter die Ausbildungsvergütung fallen sämtliche Kosten für die Gesamtpersonalkosten des Auszubildenden.

Hinzu kommen sonstige Zusatzleistungen, die der Pflegebedürftige mit der Einrichtung vereinbart.

Was versteht man unter vollstationärer Pflege?

Vollstationäre Pflege ist dann eine Alternative, wenn die häusliche oder teilstationäre Pflege, wie Tages- oder Nachtpflege, nicht möglich sind. Der Einzug in ein Pflegeheim ist dann unumgänglich, wenn die Pflege zu Hause nicht mehr gewährleistet werden kann oder nicht mehrausreichend ist.

Besonderheiten im Einzelfall sind z. B.:

  • Fehlen einer Pflegeperson,
  • Überforderung der Pflegeperson,
  • Eigen- oder Fremdgefährdungstendenz des Pflegebedürftigen oder
  • fehlende Pflegebereitschaft möglicher Pflegepersonen

Was ist der einrichtungseinheitliche Eigenanteil?

Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (eeE) ist der Betrag der Zuzahlung pro Bewohner, der monatlich zuzüglich den Investitionskosten und den Aufwendungen für Unterkunft, sowie Verpflegung an das Pflegeheim entrichtet werden muss.

Wie hoch sind die Kosten eines vollstationären Platzes für den Bewohner?

Die Kosten eines Pflegeplatzes in der Stadt Brandenburg an der Havel, die der Bewohner selbst tragen muss, belaufen sich auf ca. 1.600,00 € bis 1.900,00 € und sind unabhängig vom Pflegegrad (Informationen diesbezüglich sind online über den Pflegenavigator zu ersehen).

Wenn das Einkommen nicht reicht, besteht unter Umständen die Möglichkeit bei einem Sozialhilfeträger Unterstützungsleistungen wie „Hilfe zur Pflege“ oder „Sicherung im Alter“ zu beantragen. Sozialhilfe setzt jedoch die Bedürftigkeit voraus. Dem Bewohner muss jedoch ein Taschengeld (Barbetrag) verbleiben.

Bei Gewährung von Sozialhilfe wird auch das Vermögen des Hilfebedürftigen einzusetzen. Hinsichtlich des Ersparten ist das Schonvermögen bis zu einer Höhe von 5.000 € nicht einzusetzen. Hinzu kommen angemessene Sterbeversicherungen bis 6.000 € siehe Urteil BGH.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass der Sozialhilfeträger für die geleistete Hilfe Regress gegen die Unterhaltspflichtigen (Kinder) nach BGB nimmt. Allerdings werden in der Realität nur in seltenen Fällen Kinder für den Aufenthalt der Eltern im Pflegeheim mit herangezogen.

Zwischen Geschwistern besteht somit grundsätzlich keine Unterhaltspflicht.

Was versteht man unter Kurzzeit- und Verhinderungspflege?

Kurzzeit- und Verhinderungspflege kann in sonstigen Krisensituationen in Anspruch genommen werden (z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt, Verhinderung oder Urlaub der Pflegeperson).

Hierbei handelt es sich im Prinzip um eine vollstationäre Heimunterbringung, nur das sie von vornherein auf 28 Tage pro Jahr begrenzt ist. Sie kann jedoch erst ab dem Pflegegrad 2 in Anspruch genommen werden und dient im wesentlichen zur Entlastung für pflegende Angehörige.

Für die Kurzzeitpflege können auch die Leistungen der Verhinderungspflege von 28 Tagen pro Jahr in Anspruch genommen werden. Die Pflegekasse leistet für beide Leistungen einen jährlichen Höchstbetrag von 3.224 €.

Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investition werden nicht übernommen. Diese können jedoch über die monatlichen zusätzlichen Betreuungsleistungen nach §45b SGB XI abgerechnet werden