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Wie erhält man einen Pflegegrad?

Im Jahr 2017 wurden die früheren Pflegestufen in die Pflegegrade 1 bis 5 umgewandelt.

Zur Beantragung eines Pflegegrades setzt man sich mit der Krankenkasse und der dort ansässigen Pflegekasse in Verbindung. Dies können Sie persönlich, telefonisch, über eine E-Mail oder einen kurzen Brief erledigen. Hierbei sollte die Formulierung „Ich stelle einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung“ enthalten sein. Um diese Leistungen zu erhalten, müssen Sie mindestens zwei Jahre innerhalb der vergangenen zehn Jahre Beiträge in die Pflegeversicherung eingezahlt haben.

Wo erhalte ich einen Antrag auf Pflege?

Als Versicherter erhalten Sie den Antrag von der Pflegekasse persönlich oder bekommen diesen mit der Post zugeschickt. Sie können sich den Antrag auch über das Internet Ihrer Pflegekasse herunterladen. Der Antrag muss anschließend sorgfältig ausgefüllt werden.

Ein von Ihnen Bevollmächtigter (oder falls ein richterlich bestellte Betreuer ihre Aufgaben erledigt), kann das für Sie übernehmen, sowie beim Ausfüllen des Antrages unterstützen. Nutzen Sie hierzu auch den gesetzlichen Anspruch auf eine Pflegeberatung durch Ihre Pflegekasse, einem Pflegestützpunkt oder einer Beratungsstelle und füllen Sie dort gemeinsam den Antrag aus.

Für welche Leistungen kann man Anträge stellen?

Die Anträge kann man für folgende Leistungen stellen, entweder für:

  • Pflegegeld (Geldleistung) oder
  • Pflegesachleistungen (bei Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes - Hauskrankenpflege/ Sozialstation) oder
  • teilstationäre Pflege (bei Inanspruchnahme einer Tages- oder Nachtpflege) oder
  • vollstationäre Pflege (zur Pflege und Betreuung in einer Pflege- bzw. Senioreneinrichtung) oder
  • Kurzzeitpflege (kurzzeitige Pflege nach Krankenhausaufenthalt) oder
  • Verhinderungspflege (bei Urlaub der Pflegeperson, wenn der Pflegegrad ein halbes Jahr besteht)

Für die Leistungen werden unterschiedliche Beträge von der Pflegekasse finanziert. Lassen Sie sich über die jeweiligen Leistungsansprüche aufklären.

Welche Leistungen Sie erhalten hängt davon ab, dass eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und deren Ausmaß, welches den Pflegegrad bestimmt.

Wie wird der Pflegegrad festgestellt?

Die Pflegekasse beauftragt nach Eingang des von ihnen gestellten Antrages den Medizinischen Dienst der Krankenkassen oder einen unabhängigen Gutachter*In mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Diese finden entweder in der Häuslichkeit oder in einer vollstationären Pflegeeinrichtung statt. Sie oder Ihr Bevollmächtigte*In oder der Betreuer*In erhalten einen Termin zur Begutachtung, bei dem die Pflegeperson anwesend sein kann.

Eine Begutachtung in Krankenhäusern oder in Kurzzeitpflegeeinrichtung erfolgt nicht. In Krankenhäusern kann mit Unterstützung eines Sozialarbeiters ein Eilantrag auf Begutachtung gestellt werden.

Der Gutachter gibt seinen Bericht zur Einschätzung der Pflegebedürftigkeit und des Pflegegrades an die Pflegekasse weiter. Diese Empfehlung zum jeweiligen Pflegegrad prüft die Pflegekasse und trifft eine Entscheidung/ Bescheid zum Pflegegrad.

Diesen Bescheid zu den jeweilig beantragten Leistungen erhalten Sie schriftlichen.

Spätestens 25 Arbeitstage nach Eingang des Antrags bei der zuständigen Pflegekasse ist dem Antragsteller die Entscheidung mitzuteilen, ob ein Pflegegrad anerkannt wurde oder nicht. Bei Erhalt eines Ablehnungsbescheides kann schriftlich Widerspruch eingelegt werden.

Einen Antrag auf einen höheren  Pflegegrad stellt man ebenfalls bei der jeweiligen Kranken-/ Pflegekasse, bei der man versichert ist. Dann findet wieder eine Begutachtung statt.

Wo kann ich mich beraten lassen?

Welche Leistungskomplexe für Sie am besten sind und Ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechen, sollten Sie gemeinsam mit einer professionellen kompetenten Fachkraft besprechen. Diese informiert Sie auch gern über andere Möglichkeiten der Pflege, Betreuung und Hilfen.

In den vollstationären Einrichtungen des SPZ sind für Sie Ansprechpartner:

Quartier Martha Piter
Tschirchdamm 20,
14772 Brandenburg an der Havel
Frau Ute Schneider
Telefon 03381/ 7996 111

Quartier Clara Zetkin
Anton-Saefkow-Allee 1
14772 Brandenburg an der Havel
Frau Angela Matzik
Frau Xandra Fels
Telefon 03381/ 764 270

Quartier Nord
Beratungsstelle für Pflege und Demenz
Emsterstraße 7A
14770 Brandenburg an der Havel
Frau Katrin Dähn
Tel. 03381/ 730 481

Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Nehmen Sie sich eine genussvolle Auszeit, treffen Sie Freunde oder haben Sie Spaß mit Ihrer Familie.