Fachartikel

Ich lerne Pflege im SPZ.

Sich in den Zeiten des Pflegenotstandes für diesen Beruf zu entscheiden ist ein löblicher Schritt. Aber was genau erwartete einen, wenn man dann seinen Mut zusammennimmt und sich für die Ausbildung entscheidet? Im SPZ wird mit Vielem geworben und gelockt, um die Azubis in das Unternehmen zu holen. Praxisanleiter, Praxislabor, Anleitungen, Ausbildungskoordinatorin, zusätzlich im Dienstplan aufgelistet sein, den Urlaub unabhängig von anderen Mitarbeitern nehmen können, das Unternehmen auch in anderen Bereichen kennenlernen, familienfreundlich, Fort- und Weiterbildungen und, und, und. Alles Dinge, die sich wunderbar anhören und einem Azubi im SPZ zur Verfügung stehen.

Gleich am ersten Tag der Praxiszeit erklärt die Ausbildungskoordinatorin Fr. Hellwig alles Notwendige über das Unternehmen und beantwortet erste Fragen der Azubis. Anschließend bekommt man einen Rundgang im Gelände, welches schon recht groß ist. Jeder Azubi wird zu seinem Arbeitsbereich gebracht und in die Hände seines jeweiligen Praxisanleiters übergeben. Ein schöner Start in das Arbeitsleben. Aber wie geht es weiter?

Während man in der Praxis ist, sollte immer der Praxisanleiter an deiner Seite sein. Er ist stets der erste Ansprechpartner bei Fragen und Sorgen. Dein Praxisanleiter sollte im besten Fall auch während deiner Anleitungen mit den Lehrern aus der Schule dabei sein und selbstverständlich auch während einer Prüfung. Einen guten Kollegen neben sich zu haben, während einem vor Nervosität die Hände zittern, ist immer Balsam für die Seele.

Zusammen mit deinem Praxisanleiter stehen dir Tage oder auch Stunden während des Dienstes zur Verfügung, an denen du nicht aktiv in der Pflege mitarbeitest. In dieser Zeit könnt ihr einzelne Aspekte nochmals genauer hinterfragen und sie während der Anleitungen wiederholen und lernen. Ob es der Transfer ist, Dokumentation, Fragen über einen Todesfall, Medikamente stellen, Biografiearbeit, Bewohnervorstellung e. t. c. All das kannst du dann nochmal für dich selbst wiederholen.

Bei praktischen Sachen, wie dem Transfer, die richtige Waschanleitung oder Lagerung eines Bewohners kann man auch die Möglichkeit wahrnehmen und in das Praxislabor des SPZ's gehen. Dieser Raum ist mit einem Pflegebett, einer Übungspuppe für verschiedene Situationen, Rollstühlen, verschiedenen Material zur Wundversorgung und zum Legen eines Katheters u. ä. ausgestattet. Zudem findet sich hier auch Fachliteratur und ein Computer zur Recherche. Zusammen mit deinem Praxisanleiter oder mit anderen Azubis kannst du dort dein Wissen auffrischen und festigen.

Während deiner drei Jahre als Azubi hast du ebenso die Möglichkeit und Pflicht, an Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen. Zehn Stunden pro Jahr und einige Pflichtfortbildungen musst du während deiner Dienstzeit vorweisen können. Neben den Standardsachen (Brandschutz, Datenschutz e. t. c.), hast du auch hier die Möglichkeit, neue Dinge zu lernen wie z. B. Transfertechniken, Anwendung verschiedener Prophylaxen, Themen wie Demenz, Schmerz, Dokumentation oder Expertenstandards werden hier behandelt.

Ganz egal ob man stationär oder in der Ambulanz eingeteilt ist, man bekommt die Möglichkeit auch in die anderen Bereiche reinzuschauen. Ein Teil deiner Ausbildung sieht vor, dass du einige Stunden in allen Pflegebereichen gearbeitet haben musst. Da das SPZ sowohl stationäre als auch ambulante Pflege anbietet, musst du für diese Stunden das Unternehmen nicht zeitweise verlassen.

Als Schüler der Ambulanz wirst du auf eine der Stationen des Quartiere Clara Zetkin oder Martha Piter eingeteilt. Und wenn du bereits stationär arbeitest, kannst du das Wohngruppenhaus für Menschen mit Demenz oder die Tour kennenlernen. Alles schöne Dinge, die das SPZ für seine Azubi bereithält. Und damit du als Azubi dich nicht zu alleine fühlst, gibt es die Ausbildungskoordinatorin, die sich deiner annimmt. Aber wie bei jedem anderen Unternehmen auch, gibt es Verbesserungsbedarf. Nicht immer wirst du zusätzlich im Dienstplan stehen und es wird Zeiten geben, in denen du deinen Praxisanleiter nicht siehst. Ob es wegen Urlaub, Krankheit, Terminen oder Personalmangel ist, sei dahingestellt. Deinen Urlaub musst du, wie die anderen Mitarbeiter auch, genau planen und manchmal musst du dich damit anfreunden, dass du diesen dann nicht zu den gewünschten Zeiten bekommst. Während der Schulzeit darfst du keinen Urlaub nehmen und in der Praxiszeit musst du auf deine Praxisstunden achten, damit sie nicht zu kurz kommen.

Manchmal wirst du dir die Haare raufen wollen, denn die Organisation ist eine Sache, die nicht immer so funktioniert, wie du es gerne hättest. Natürlich musst du für deine Unterlagen selbst sorgen und bereit sein, eine Nummer öfters zu wählen, ehe du den gewünschten Mitarbeiter am Apparat hast. Auch bei der Ausbildungskoordinatorin musst du Geduld aufbringen, denn sie ist viel beschäftigt. Sie teilt auch die Azubis für die fünfhundert Stunden in den anderen Bereichen ein, dennoch solltest du deine Stunden genau zählen. Gib dich nicht mit weniger zufrieden und frage nach, wann du wo sein musst.

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre!“, ein Spruch, der dich die drei Jahre über stets begleiten wird. So wirst du in den Genuss kommen, für das SPZ präsent zu sein. Ob du einen Artikel für die Webseite schreiben, Feste mitplanen, dich für das Unternehmen sportlich beim Laufen zeigen sollst oder Bilder von dir für die Medien geschossen werden, all das wirst du in den drei Jahren kennen lernen.

Trotz allem, was vielleicht nicht gerade deinen Vorstellungen einer Ausbildung entspricht, bietet das SPZ viel an und versucht, seinen Azubis eine schöne Zeit zu machen. Nicht bei allem musst du mitmachen und zwingen kann dich keiner. Aber wenn du ein wenig Einsatz zeigst und dich wirklich arrangierst, wirst du die drei Jahre schnell und mit Bravour bestehen.

Leistungen für pflegende Angehörige in der Pflegezeit

Wenn Sie sich dazu entscheiden, sich um Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zu kümmern, ist es für viele sehr schwer, die perfekte Balance zwischen Beruf und Pflege zu finden.Im folgenden Artikel finden eine kurze Zusammenfassung über verschiedene Möglichkeiten, um Pflege und Beruf miteinander zu vereinen.

Folgende Erläuterungen beziehen sich auf die Verbindung vom Pflegezeitgesetz (PflegeZG) und vom Familienpflegegesetz (FPfZG)

Falls sich ein Pflegefall ergibt:

  • Bei akut auftretenden Pflegesituationen und/ oder die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung nicht gewährleistet ist, kann eine Auszeit von bis zu 10 Tagen genommen werden.
  • Als Lohnersatzleistung erhalten Sie in der Zeit die Höhe des Kinderkrankengeldes als Pflegeunterstützungsgeld.
  • Diese Regelung ist unabhängig von der Betriebsgröße und bedarf keiner Ankündigungsfrist (§2 PflegeZG und §44a SGB XI)

Falls diese Möglichkeit nicht ausreichend ist, kann auch eine Pflegezeit von 3, 6 oder 24 Monaten genommen werden.

Voraussetzungen für eine vollständige oder teilweise Pflegezeit von bis zu 3 Monaten:

  • Die Pflegezeit kann beansprucht werden für die Begleitung der letzten Lebensphase eines nahen Angehörigen.
  • Die Pflege muss nicht in häuslicher Umgebung erfolgen (z. B. Hospiz).
  • Die Ankündigungsfrist beträgt 10 Tage.
  • Zur Absicherung des Lebensunterhaltes kann ein zinsloses Darlehen in Anspruch genommen werden. Die Möglichkeit, eine Entgeltaufstockung unter Verwendung eines Wertguthabens zu vereinbaren, bleibt unberührt.

Voraussetzung für vollständige oder teilweise Pflegezeit von bis zu 6 Monaten: (§3 PflegeZG)

  • Sie pflegen Ihren nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung.

oder:

  • Sie betreuen einen pflegebedürftigen minderjährigen nahen Angehörigen im häuslichen Umfeld. Auch hier ist eine Betreuung in einer außerhäuslichen Einrichtung möglich.
  • Die Ankündigungsfrist beträgt 10 Tage.
  • Zur Absicherung des Lebensunterhaltes kann ein zinsloses Darlehen in Anspruch genommen werden.(De Möglichkeit, eine Entgeltaufstockung unter Verwendung eines Wertguthabens zu vereinbaren, bleibt unberührt.

Aber: dieser Anspruch besteht nicht gegenüber Arbeitgebern mit 15 oder weniger Beschäftigten.

In kleineren Unternehmen kann dies auf freiwilliger Basis vereinbart werden, dann besteht ebenfalls der Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen.

Voraussetzung für eine teilweise Familienpflegezeit von bis zu 24 Monaten: (§§ 2 und 3 FPfZG)

  • Sie haben eine wöchentliche Mindestarbeitszeit von 15 Stunden.
  • Sie pflegen Ihren nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung.

oder:

  • Sie betreuen einen pflegebedürftigen minderjährigen nahen Angehörigen im häuslichen Umfeld. Auch hier ist eine Betreuung in einer außerhäuslichen Einrichtung möglich.
  • Die Ankündigungsfrist beträgt 8 Wochen.
  • Zur Absicherung des Lebensunterhaltes kann ein zinsloses Darlehen in Anspruch genommen werden.(De Möglichkeit, eine Entgeltaufstockung unter Verwendung eines Wertguthabens zu vereinbaren, bleibt unberührt.

Aber: Dieser Anspruch besteht nicht gegenüber Arbeitgebern mit 25 oder weniger Beschäftigten.

Wenn der/ die nahe Angehörige nicht mehr pflegebedürftig ist z.B. stationär in einer Einrichtung ist oder verstirbt, ist der Arbeitgeber unverzüglich zu unterrichten. Die Freistellung endet 4 Wochen nach Eintritt dieser Umstände.

Darlehen: das Darlehen richtet sich nach der Höhe des Lohnausfalls. Grundsätzlich wird die Hälfte der Gehaltsdifferenz als monatliches Darlehen ausgezahlt. Und wird später in Raten zurückgezahlt. Zu beantragen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA).

Wer gehört zu den nahen Angehörigen:

  • Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern
  • Ehepartner/-innen, Lebenspartner/-innen, Partner/-innen in eheähnlichen Gemeinschaften
  • Geschwister
  • Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder, auch die des/der Ehepartners/-in oder Lebenspartners/-in
  • Schwiegerkinder, Enkelkinder
  • Schwägerinnen und Schwäger 

Für weitere Fragen und Beratungen stehen wir Ihnen in der Beratungsstelle für Pflege und Demenz der Senioren– und Pflegezentrum Brandenburg gGmbH, in der Emsterstr. 7A unter folgender Rufnummer: 03381/ 730 481 zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen alles Gute!

 

Quelle: Informationsbroschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

Tiergestützte Interventionen (TGI) im SPZ

Es ist schön, dass Tiere in immer größeren sozialen Anwendungsbereichen einen Einsatz finden, wissen wir doch alle, welche positiven Wirkungen Tiere auf uns Menschen haben.

Um Tiere artgerecht, individuell mit einem vielfältigen Methodenrepertoire und professionell in den Arbeitsalltag integrieren zu können, bedarf es jedoch wichtiger Zusatzkompetenzen zum Bereich der TGI. Diese sind im SPZ gewährleistet. Bei uns fühlen sich Kaninchen und Co. pudelwohl und bereichern damit den Alltag unserer Bewohner.

Wir sind ein mittelgroßes, breit gefächertes und wirtschaftlich gesundes Sozialunternehmen und verstehen uns als ein komplexes Dienstleistungsunternehmen mit über 55 Jahren Erfahrung in der Altenpflege in den verschiedensten Bereichen:

  • ambulante, teilstationäre, stationäre Pflege;
  • Wohngruppen für Menschen mit Demenz;
  • Betreutes Wohnen;
  • Beratungsstelle für Pflege und Demenz und Begegnungsstätte
  • eigene Küche und Backküche
  • Cáfes

Aktuell sind wir zudem im Aufbau einer Fortbildungsakademie, in welche seit 2019 unsere bereits bestehende Therapiebegleithundeausbildung integriert wird. Damit kommen wir auch schon zu den vier Bestandteilen des TGI-Konzeptes im SPZ:

1. Professionell durch Fachkräfte eingesetzte Therapiebegleithunde mit entsprechender Weiterbildung der Menschen und Prüfung bzw. Nachprüfung der Hunde. Aktuell haben wir Hund Clara (seit 2007 und die neuen Junghunde Suri und Eddy im Einsatz.

2. Ehrenamtlich eingesetzte Besuchshunde mit Ausbildung und Prüfung in Kooperation mit dem ortsansässigen Besuchshundeverein. Nach Tobi und Stelle (beide verstorben) ist nun Chli wächentlich für uns im Einsatz.

 

3. Kaninchen und Vögel als Präsenztiere zum Anschauen in großen artgerechten Ausläufen und Volieren mit Bänken davor zum Vereilen für unsere Bewohner

 

4. Therapiebegleithundeausbildung wir bilden Fachkräfte und ihre Hunde bei uns aus. Diese Weiterbildung enthält auch praktische Anteile mit unseren Bewohnern. Die Trainings auf der Wiese, die zum Teil mit Kindern stattfinden, laden zum Zuschauen ein.

In unserem Konzept vereinen wir somit die vier Bestandteile Therapiebegleithund/ Besuchshund/ Kleintiere sowie Weiterbildung mit praktischen Anteilen zu einem runden Ganzen, von dem alle Seiten profitieren.

Für uns steht dabei das Tierwohl immer an oberster Stelle. Die Tiere müssen sich wohlfühlen, um auch eine entsprechende salutogenesische und türöffnende Wirkung auf unsere Bewohner, Gäste und Mieter haben zu können. Wir halten uns an die Vorgaben der tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und sind Mitglied im Bundesverband für tiergestützte Intervention.

Die eingesetzten Hunde haben alle ihren Halter als Bezugsperson, für die Kleintiere ist eine hauptverantwortliche Person im Unternehmen festgelegt. Alle durch uns gewerblich eingesetzten Tiere werden tierärztlich überwacht und sind dem Veterinäramt sowie sonstigen zuständigen Behörden gemeldet. Weiterbildungen erfolgen regelmäßig (in der Regel mind. 16 Stunden alle zwei Jahre).

 

Was machen wir nun mit den Tieren bei unseren Bewohnern, Gästen und Mietern?

Die Hunde führen aktive Besuche mit kleinen Aufgaben durch. Hierbei kommt es zu Interaktion, Kommunikation, Motivation sowie heilsamen Effekten für den Körper. Die Bänke vor unserem Kaninchengehege und der Vogelvoliere laden zum Verweilen, Zuhören sowie Beobachten ein und bieten so Gesprächsanlässe.

 

Dauer der Angebote und die Zahl der profitierenden Menschen

Die Kaninchen und die Vögel laden jederzeit auf einen Besuch ein. Da diese Angebote auch für externe Besucher offenstehen, haben wir hier auch den Nebeneffekt, dass wir die Generationen miteinander in Kontakt bringen - da uns auch oft Eltern mit ihren Kindern besuchen kommen, die damit natürlich auch Berührungspunkte zu unseren Bewohnern, Gästen und Mietern schaffen.

Bei den Hunden kann man konkrete Einsätze benennen. Clara, unsere aktuell dienstälteste Hündin, begleitet ihre Besitzerin, die als Pflegefachkraft tätig ist, täglich mit ins Büro und ist noch regelmäßig in der Tagespflege im Einsatz.

Tobi unser ehemaliger Besuchshund in der stationären Pflege kam in seinem gesamten Einsatzleben auf circa 4.000 Einsatzstunden, in denen er über 10.000 Einzelkontakte zu unseren Bewohnern hatte. Das wird bei Clara noch mehr sein, da sie länger aktiv ist.

Auch unsere neuen Hunde werden wohl auf diese Zahlen kommen. Eddy ist aktuell noch einmal wöchentlich in der Einarbeitung, Suri besucht schon zwei Mal pro Woche Bewohner unseres Wohngruppenhauses. Zudem begleiten beide Hunde auch ihre Halterinnen mit in die Beratungsstelle und bieten hier eine zusätzliche Entlastung für Hilfesuchende. Chilli, unser Besuchshund, kommt wöchentlich auf seinen Wohnbereich in der stationären Pflege.

Die Teilnehmer aus den Kursen gehen während der Weiterbildung (nach der Eignungsprüfung) in verschieden Bereiche des SPZ und besuchen hier mit ihren Hunden unsere Bewohner.

Was bedeutet Freiwiliges Soziales Jahr (FSJ) im SPZ?

Das FSJ richtet sich an junge Menschen zwischen 15 und 26 Jahren und dient der beruflichen Orientierung, der Entwicklung der Persönlichkeit, dem Sozialen Engagement oder der Überbrückung bis zur Studienzeit.

Die Teilnehmer haben die Möglichkeit den Berufsalltag kennenzulernen, soziale Kompetenzen auszubauen oder den Einstieg in eine Berufsausbildung zu erlangen. Wir als Einrichtung unterstützen das Angebot sehr und bieten jungen Leuten eine Perspektive in der Pflege. Oftmals gab es im Vorfeld noch keinen Kontakt mit älteren pflegebedürftigen Menschen. Die jungen Erwachsenen erhalten einen Einblick in die unterschiedlichen Berufsgruppen der Pflege und entscheiden sich danach idealerweise für eine Pflegeausbildung bei uns im SPZ. Hierfür ist das Freiwillige Soziale Jahr eine gute Voraussetzung für eine Ausbildung in einem Pflegeberuf.

Das Arbeiten im Team, die Alltagsgestaltung und Unterstützung unserer pflegebedürftigen Bewohner und Klienten, die selbstständige Aufgabenlösung und der Ablauf im Unternehmen werden verinnerlicht. Zuwendung und Aufmerksamkeit zu schenken und Lebenserfahrung sowie Dankbarkeit zurückreflektiert zu bekommen, ist ein Gewinn an Lebenserfahrung. Die Teilnehmer lernen das Arbeiten im Früh- und Spätdienst sowie an den Wochenenden kennen (nach Vorgaben des Jugendarbeitsschutzgesetztes). Der Einstieg in die Ausbildung fällt dadurch leichter und kann vorzeitige Ausbildungsabbrüche verhindern.

Das FSJ dauert zwischen 6 und 18 Monate. Die Teilnehmer arbeiten in festen Teams im SPZ. In dieser Zeit besuchen die Teilnehmer Seminare zu unterschiedlichsten Themen wie „Der richtige Umgang mit Patienten“, „Selbst- und Fremdwahrnehmung“, „Selbstverteidigung“ oder „Umgang mit Tod und Trauer“ über einen externen Träger. Sozialpädagogen begleiten die Teilnehmer während der Seminare und sind darüber hinaus Ansprechpartner während des FSJ's.

Bei uns bietet sich unseren FSJ´lern die Möglichkeit, verschiedene Bereiche im Unternehmen kennenzulernen. Sie nehmen an internen Fortbildungen teil. und erhalten für die Dauer des FSJ ein Taschengeld.

Mögliche Aufgabenbereiche im SPZ sind:

  • Unterstützung bei der psychosozialen Betreuung: z. B. Beschäftigung unserer Bewohner, Begleitung bei Veranstaltungen
    und Spaziergängen, Hol- und Bringdienst
  • Hilfstätigkeiten im hauswirtschaftlichen Bereich: z. B. Wäsche legen, Betten beziehen
  • Hilfstätigkeiten im pflegerischen Bereich: Hilfe bei der Grundpflege, Unterstützung beim Aufstehen oder Gehen usw.

Zum Abschluss des FSJ erhalten alle Teilnehmer eine Beurteilung sowie einen Nachweis für ihren Lebenslauf.

Die Bewerbung für ein FSJ kann direkt im Unternehmen abgegeben werden, wir stellen dann den Kontakt zum Träger her. Ein Probearbeiten bzw. Praktikum im Vorfeld ist möglich.

Nehmen Sie kontakt mit uns auf unter: www.spz-brb.de/ehrenamt/bfd-fsj/

Farbsehen bei Demenz

Im Alter kommt es häufig zu Veränderungen im Auge und damit verbundenem Sehverlusten. Hierzu zählen die Abnahme der zentralen Sehschärfe, Gesichtsfeldeinschränkungen, eine reduzierte Kontrastwahrnehmung (der visuelle Raum ist unklar verwaschen), eine verzögerte Dunkelanpassung und Änderungen des Farbsehens.

Durch eine altersbedingte Gelbfärbung und Eintrübung der Augenlinse, werden Farben und Kontraste anders wahrgenommen. Diese Veränderungen führen zu einer verringerten Lichtdurchlässigkeit, so dass z. B. achtzigjährige Menschen zum guten Sehen eine etwa fünfmal höhere Lichtstärke benötigen als zwanzigjährige Personen. Die Lichtstärke beeinflusst somit das Farbsehen.*

Menschen mit Demenz können diese Sehverluste aufgrund ihrer eingeschränkten Handlungs-und Denkfähigkeiten, oft nur sehr schlecht kompensieren. Es kommt häufig zu Fehldeutungen, Wahrnehmungsstörungen, Wahnvorstellungen, Ängsten und Unruhezuständen.

*B. Dietz, Demenzsensible Architektur .Planen und Gestalten für alle Sinne, Stuttgart, 2018,Frauenhofer IRB,Verlag S.62-99

 

Dieses Wissen sollte im Rahmen der Umgebungsgestaltung für Menschen mit Demenz genutzt werden. Durch Farbkonzepte und Raumgestaltung können das Wohlbefinden, die Orientierung sowie die Wahrnehmung positiv beeinflusst werden.

Möbel oder Ausstattungsgegenstände (Geschirr) mit Aufforderungscharakter zu hellen Wänden/ Tischen mit den Signalfarben (rot, gelb, orange) rücken so in das Aufmerksamkeitsfeld der Menschen mit Demenz und aktivieren.

Dunkle Farbböden wirken auf Menschen mit Demenz oft als ,,Loch“ Hindernis. Zu helle und stark reflektierende Böden erscheinen als Bodenlos-Wasserfläche und können so optische Barrieren schaffen aber auch zu Sturzereignissen führen. Mit Farben kann man aber auch von Elementen ablenken und durch geringe Kontraste diese ,,verbergen“. Sind Türen in der gleichen Farbgestaltung wie die Wand oder mit der gleichen Tapete bestückt, werden diese oft von Menschen mit Demenz nicht wahrgenommen.

Möchte man jedoch Lichtschalter oder Hinweisschilder hervorheben oder zum Essen aktivieren ist eine Kontrastreiche Gestaltung von Weiß/ Rot sinnvoll.

Richtige Händedesinfektion in der Pflege

Die Händedesinfektion gehört zum Standard der Infektionsverhütung. Hierdurch werden bis 99% der Keime an Händen abgetötet und somit ist diese viel effizienter als die Seifenwaschung. Wichtig ist eine Balance zwischen dem Händewäschen und der Händedesinfektionen zu finden, die für eine Infektionsprophylaxe erforderlich sind. Nosokomale Infektionen sind Infektionen die durch Ansteckung in Krankenhäusern oder anderen medizinischen Einrichtungen erworben werden. Die Übertragung durch die Hände des Personals ist die häufigste Ursache.

Die Pflegekraft bedient mit dem Ellenbogen den Hebel des Spenders.
Mit der anderen "hohlen" Hand fängt sie das Desinfektionsmittel auf,
ohne mit dem Spender in Kontakt zu kommen (mindestens 3-5 ml des Desinfektionsmittels).

Die Pflegekraft führt die rechte Handfläche über den linken Handrücken und umgekehrt. Die Fingerzwischenräume werden desinfiziert.

Der Fingernagelbereich jedes Fingers wird desinfiziert.

Die Pflegekraft verreibt nun die Hände ineinander und verteilt das Desinfektionsmittel grob über die Haut. Die Pflegekraft reibt dann Handfläche auf Handfläche.

Die Pflegekraft umfasst den Daumen der einen Hand mit der Handfläche der anderen Hand. Der Daumen wird nun gedreht und reibt sich in der Handfläche.

Die Pflegekraft schließt die Finger und reibt die Fingerkuppen in der Handinnenfläche der anderen Hand. Nach Abschluss dieser Schritte beginnt die Pflegekraft wieder von vorne, bis die vorgegebene Einwirkzeit von 30 Sekunden erreicht ist. Wenn das Desinfektionsmittel vor Ablauf der 30 Sekunden weggetrocknet sein sollte, nimmt die Pflegekraft neuen Wirkstoff aus dem Spender.

 

 

(Vgl: pqsg:. https://www.pqsg.de/seiten/premium/artikel/hintergrund-standard-haendedesinfektion.htm)

Wichtige Regeln der Händedesinfektion:

  • alle Partien der Hände und Unterarme werden benetzt
  • Hände müssen optisch sauber sein, grobe Verschmutzungen vor der Desinfektion entfernen
  • Einhaltung der 30 Sekunden Einwirkzeit
  • immer in trockene Hände desinfizieren
  • kein vorhandener Schmuck an den Händen
  • keine vorhandenen künstlichen Nägel oder Nagellack
  • nach dem Tragen von Einmalhandschuhe Händedesinfektion durchführen
  • keine Desinfektion mit Einmalhandschuhen

Hautschutz und Hautpflege

  • Der Hautschutz umfasst alle Maßnahmen, die Schäden an der Haut und insbesondere an den Händen vermeiden. Dazu zählen etwa das Tragen von geeigneten Schutzhandschuhen, eine wirksame Hautreinigung sowie eine effiziente Hautpflege.
  • Hautschutz und Hautpflegemittel werden vom SPZ zur Verfügung gestellt.
  • Hautschonende Händereinigungsmittel nutzen.
  • Seifenrückstände restlos abspülen bei einer Wassertemperatur von etwa 40° C.
  • Häufiges Händewaschen sowie das lange Tragen von Einmalhandschuhen ist eine große Hautbelastung, also häufiger desinfizieren.
  • Schutzhandschuhe nur auf sauberer und trockene Haut sowie in der passenden Größe tragen.

Hautpflege mit Pflegemittel/ Hautcremes:

  • vor dem Arbeitsbeginn
  • nach dem Händewaschen
  • in Pausen
  • in der Freizeit
  • immer in saubere, trockene Hände eincremen
  • bei umfangreichen Hautirritationen/-defekten an Armen, Händen oder Nagelbett ggf. auf ärztliche Untersuchung zurückgreifen

Die Hände sind das wichtigste ,,Werkzeug“ der Pflegekraft.