Expertenwissen

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Leistungen für pflegende Angehörige in der Pflegezeit?

Wenn Sie sich dazu entscheiden, sich um Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zu kümmern, ist es für viele sehr schwer, die perfekte Balance zwischen Beruf und Pflege zu finden. Im folgenden Artikel finden eine kurze Zusammenfassung über verschiedene Möglichkeiten, um Pflege und Beruf miteinander zu vereinen.

Folgende Erläuterungen beziehen sich auf die Verbindung vom Pflegezeitgesetz (PflegeZG) und vom Familienpflegegesetz (FPfZG).

Wer gehört zu den nahen Angehörigen:

  • Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern
  • Ehepartner/-innen, Lebenspartner/-innen, Partner/-innen in eheähnlichen Gemeinschaften
  • Geschwister
  • Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder, auch die der/des Ehepartners/-in oder Lebenspartners/-in
  • Schwiegerkinder, Enkelkinder
  • Schwägerinnen und Schwäger

Falls sich ein Pflegefall ergibt:

  • Bei akut auftretenden Pflegesituationen und / oder die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung nicht gewährleistet ist, kann eine Auszeit von bis zu 10 Tagen genommen werden.
  • Als Lohnersatzleistung erhalten Sie in der Zeit die Höhe des Kinderkrankengeldes als Pflegeunterstützungsgeld.
  • Diese Regelung ist unabhängig von der Betriebsgröße und bedarf keiner Ankündigungsfrist. (§2 PflegeZG und §44a SGB XI)

Falls diese Möglichkeit nicht ausreichend ist, kann auch eine Pflegezeit von 3, 6 oder 24 Monaten genommen werden.

Voraussetzungen für eine Pflegezeit bis zu 3 Monaten:

  • Die Pflegezeit kann beansprucht werden für die Begleitung der letzten Lebensphase eines nahen Angehörigen.
  • Die Pflege muss nicht in häuslicher Umgebung erfolgen (z. B. Hospiz).
  • Die Ankündigungsfrist beträgt 10 Tage.
  • Zur Absicherung des Lebensunterhaltes kann ein zinsloses Darlehen in Anspruch genommen werden. Die Möglichkeit, eine Entgeltaufstockung unter Verwendung eines Wertguthabens zu vereinbaren, bleibt unberührt.

Voraussetzungen für eine Pflegezeit bis zu 6 Monaten:

  • Sie pflegen Ihren nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung.

oder:

  • Sie betreuen einen pflegebedürftigen, minderjährigen, nahen Angehörigen im häuslichen Umfeld. Auch hier ist eine Betreuung in einer außerhäuslichen Einrichtung möglich.
  • Die Ankündigungsfrist beträgt 10 Tage.
  • Zur Absicherung des Lebensunterhaltes kann ein zinsloses Darlehen in Anspruch genommen werden. (Die Möglichkeit, eine Entgeltaufstockung unter Verwendung eines Wertguthabens zu vereinbaren, bleibt unberührt.

Aber: dieser Anspruch besteht nicht gegenüber Arbeitgebern mit 15 oder weniger Beschäftigten.

In kleineren Unternehmen kann dies auf freiwilliger Basis vereinbart werden, dann besteht ebenfalls der Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen.

Voraussetzungen für eine Pflegezeit bis zu 24 Monaten:

  • Sie haben eine wöchentliche Mindestarbeitszeit von 15 Stunden.
  • Sie pflegen Ihren nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung.

oder:

  • Sie betreuen einen pflegebedürftigen minderjährigen nahen Angehörigen im häuslichen Umfeld. Auch hier ist eine Betreuung in einer außerhäuslichen Einrichtung möglich.
  • Die Ankündigungsfrist beträgt 8 Wochen.
  • Zur Absicherung des Lebensunterhaltes kann ein zinsloses Darlehen in Anspruch genommen werden. (Die Möglichkeit, eine Entgeltaufstockung unter Verwendung eines Wertguthabens zu vereinbaren, bleibt unberührt.

Aber: Dieser Anspruch besteht nicht gegenüber Arbeitgebern mit 25 oder weniger Beschäftigten.

Ende der Leistungen:

Wenn der / die nahe Angehörige nicht mehr pflegebedürftig ist z.B. stationär in einer Einrichtung ist oder verstirbt, ist der Arbeitgeber unverzüglich zu unterrichten. Die Freistellung endet 4 Wochen nach Eintritt dieser Umstände.

Das Darlehen:

Das Darlehen richtet sich nach der Höhe des Lohnausfalls. Grundsätzlich wird die Hälfte der Gehaltsdifferenz als monatliches Darlehen ausgezahlt. Die Summe wird später in Raten zurückgezahlt. Zu beantragen ist das Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA).

 

Quelle: Informationsbroschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

Noch Fragen?

Für weitere Fragen und Beratungen stehen wir Ihnen in der Beratungsstelle für Pflege und Demenz des Senioren– und Pflegezentrum Brandenburg gGmbH zur Verfügung. Sie erreichen uns in der Emsterstr. 7A und unter folgender Rufnummer: 0 33 81.73 04 81.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen alles Gute!